Der September ist der beste Monat, um sich einmal in Ruhe um den Kamin zu kümmern. Nicht weil es dringend ist, sondern weil es noch nicht dringend ist. Wer wartet bis es kalt wird und der Kamin wirklich gebraucht wird, macht denselben Check unter Zeitdruck – oder lässt ihn ganz bleiben.
Dabei ist die Vorbereitung vor der Heizsaison keine große Sache. Es sind meistens wenige, überschaubare Punkte, die darüber entscheiden, ob der Kamin im Winter problemlos läuft – oder ob man ab November jedes Mal mit einem unangenehmen Geruch konfrontiert wird.
Warum Vorbereitung Geruchsprobleme verhindert
Die meisten Kamingerüche entstehen nicht durch einen akuten Defekt, sondern durch angesammelte Kleinigkeiten: alte Asche, die über den Sommer Feuchtigkeit gezogen hat. Staub auf der Ofenoberfläche, der beim ersten Heizen verbrennt. Eine Türdichtung, die sich über die Sommermonate durch Temperaturwechsel verändert hat. Ablagerungen im Ofenrohr, die ein weiteres Jahr älter geworden sind.
Keiner dieser Punkte ist für sich genommen dramatisch. Zusammen ergeben sie aber einen Ofen, der in den ersten Wochen der Heizsaison riecht – und bei dem man nie ganz sicher ist, ob der Geruch normal ist oder nicht.
Wer im Herbst einmal systematisch durchgeht, was zu prüfen und zu reinigen ist, startet mit einem frischen System in die Heizsaison. Das ist der eigentliche Wert dieser Vorbereitung.
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Asche vollständig entfernen
Der erste und wichtigste Schritt: die alte Asche raus. Wer im Frühling aufgehört hat zu heizen und die Asche einfach drin gelassen hat – was die meisten machen – hat jetzt Asche, die fünf oder sechs Monate in einem mehr oder weniger feuchten Feuerraum gelegen hat.
Feuchte, alte Asche ist eine der intensivsten Geruchsquellen beim Anheizen. Sie gibt beim Erwärmen einen schweren, muffigen Geruch ab, der sich im Raum hält. Mit einem Kaminreinigungsset lässt sich der Feuerraum schnell und sauber leeren – Schaufel, Aschebesen, fertig. Das dauert zehn Minuten und macht einen deutlichen Unterschied.
Ofenrohr prüfen und reinigen
Das Verbindungsrohr zwischen Kaminofen und Schornstein sollte mindestens einmal pro Saison abgenommen und gereinigt werden. Im Herbst – vor dem ersten Heizen – ist der beste Zeitpunkt dafür.
Im Ofenrohr sammeln sich Rußablagerungen und, bei ungünstiger Betriebsweise, auch Kondensatrückstände. Diese Ablagerungen verengen mit der Zeit den Querschnitt des Rohrs, verschlechtern den Zug und sind selbst eine Geruchsquelle. Ein sauberes Ofenrohr zu Beginn der Heizsaison ist eine der wirksamsten Maßnahmen für einen geruchsarmen Betrieb.
Türdichtung kontrollieren
Die Dichtung an der Kaminofentür ist ein Verschleißteil. Sie wird bei jedem Heizvorgang thermisch belastet, und über mehrere Saisons hinweg verliert sie ihre Elastizität. Irgendwann dichtet sie nicht mehr zuverlässig ab – und das hat Konsequenzen für den Zug und damit für den Geruch.
Der einfachste Test: ein Blatt Papier in die geschlossene Tür klemmen und leicht ziehen. Lässt es sich ohne Widerstand herausziehen, ist die Dichtung verbraucht. Ein neues Ofendichtband ist günstig und schnell montiert – und sorgt dafür, dass der Ofen von Anfang an dicht zieht.
Außenflächen reinigen
Stahl- und Gusseisenoberflächen sammeln im Sommer Staub, der beim ersten Heizen verbrennt und dabei riecht. Ein einfaches Abwischen der Außenflächen vor dem Saisonstart verhindert das. Bei Kachelöfen lohnt sich auch ein Blick auf die Fugen – kleine Risse, die im Sommer durch Temperaturschwankungen entstanden sind, können Gerüche aus dem Inneren nach außen lassen.
Holzvorrat prüfen
Ein Punkt, der streng genommen nicht zum Ofen gehört, aber direkt mit dem Geruch zusammenhängt: das Holz. Wer im Winter feuchtes Holz verbrennt, hat mehr Rauch, mehr Ablagerungen und mehr Geruch – egal wie gut der Ofen gewartet ist.
Holz, das im Frühjahr oder Sommer gespalten und gestapelt wurde, sollte bis zum Herbst ausreichend getrocknet sein – vorausgesetzt, es lag trocken und luftig. Wer unsicher ist, kann mit einem günstigen Feuchtemessgerät nachprüfen. Unter 20 Prozent Holzfeuchte ist das Ziel.
Was danach kommt
Wer diese Punkte vor dem ersten Heizen abgehakt hat, startet mit einem System, das bereit ist. Der erste Heizabend riecht dann nach dem, was er soll: nach Holzfeuer, warm und ruhig – und nicht nach allem, was sich im Sommer angesammelt hat.
Sollte in den ersten Wochen der Heizsaison trotzdem ein leichter Restgeruch im Raum bleiben, hilft ein Geruchsabsorber auf Aktivkohlebasis als unkomplizierte Ergänzung. Aber in den meisten Fällen ist er nach einer guten Vorbereitung gar nicht nötig.
Der Kamin, der von Anfang an gut riecht, ist kein Glücksfall. Er ist das Ergebnis von einer Stunde Arbeit im September.

Thomas Bergkamp ist gelernter Ofenbauer und schreibt auf kamin-riecht.de darüber, wie man Rauch- und Geruchsprobleme am Kamin selbst einordnen und gezielt beheben kann.