Kamin nach dem Sommer wieder anheizen – so vermeidest du Geruch

Irgendwann im Oktober kommt der Moment: Die Abende werden kürzer, die Temperaturen fallen, und man denkt zum ersten Mal seit Monaten wieder an den Kamin. Der steht seit April oder Mai still. Fünf, sechs Monate ohne Feuer, ohne Wärme, ohne Zug.

Und dann das erste Mal wieder anheizen – und es riecht. Intensiver als erwartet. Manchmal muffig, manchmal rußig, manchmal einfach komisch. Das Wohnzimmer riecht nach dem ersten Heizabend nicht nach gemütlichem Holzfeuer, sondern nach allem, was sich im Sommer angesammelt hat.

Das muss nicht sein. Wer weiß, was in den Sommermonaten mit einem Kamin passiert, kann beim ersten Heizen vieles davon vermeiden.

Was im Sommer mit dem Kamin passiert

Ein Kamin, der monatelang nicht genutzt wird, ist kein neutrales Objekt. Er steht in einem Raum mit wechselnden Temperaturen und Luftfeuchtigkeit, hat einen offenen Schornstein über sich und enthält Reste des letzten Winters: Asche, Rußablagerungen, möglicherweise etwas Kondensat.

Im Sommer zieht warme, feuchte Luft durch den Schornstein nach unten – der sogenannte Rückzug. Statt dass der Schornstein Luft nach oben abführt, drückt er bei warmem Wetter von oben nach unten. Diese Luft bringt Feuchtigkeit mit, die sich in der Asche, im Feuerraum und in den Ablagerungen des Ofenrohrs festsetzt.

Dazu kommt Staub. Auf der Ofenoberfläche, auf dem Ofenrohr, in den Ritzen zwischen Kacheln oder Verkleidungen. Fünf Monate Staub sind spürbar, wenn der Ofen das erste Mal wieder warm wird.

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Der typische Fehler beim ersten Heizen nach dem Sommer

Viele machen beim ersten Heizvorgang denselben Fehler: Sie legen sofort ordentlich Holz auf, heizen schnell auf Temperatur und wundern sich, warum es so stark riecht.

Das Problem dabei ist, dass ein Kamin nach einer langen Pause Zeit braucht, um wieder auf Betriebstemperatur zu kommen – und zwar der gesamte Schornstein, nicht nur der Feuerraum. Wenn man sofort mit voller Befeuerung beginnt, werden alle angesammelten Gerüche gleichzeitig aktiviert: der Staub verbrennt, die feuchten Ablagerungen trocknen schlagartig aus, das Aschebett erwärmt sich. All das auf einmal – und das riecht.

Wer langsam beginnt, gibt dem System Zeit, sich schrittweise zu erwärmen und die Gerüche kontrolliert abzubauen, bevor alles auf einmal freigesetzt wird.

Was vor dem ersten Heizen sinnvoll ist

Ein kurzer Check vor dem ersten Heizvorgang nach dem Sommer kostet wenig Zeit und macht einen spürbaren Unterschied.

Die Asche aus dem letzten Winter sollte raus, falls sie noch drin ist. Alte, feuchte Asche ist die intensivste Geruchsquelle beim ersten Heizen. Ein Kaminreinigungsset mit Aschebesen und Schaufel macht das schnell und sauber.

Die Außenflächen des Ofens – Stahl, Gusseisen, Kacheln – lassen sich einfach abwischen. Damit verbrennt der angesammelte Staub nicht beim ersten Heizen, sondern landet im Mülleimer.

Ein kurzer Blick auf die Türdichtung lohnt sich ebenfalls. Wenn die Dichtung über den Sommer durch die Temperaturwechsel spröde geworden ist und nicht mehr richtig abdichtet, merkt man das beim ersten Heizen sofort – durch Zugprobleme und Geruch. Eine frische Dichtung kostet wenig und sorgt dafür, dass der Ofen von Anfang an sauber zieht.

Der erste Heizvorgang – so geht es besser

Den Schornstein zuerst „aufwärmen“, bevor man das eigentliche Feuer anfacht. Eine zusammengerollte Zeitung, kurz angezündet und in den offenen Feuerraum gehalten, erzeugt einen ersten Wärmeschub, der den Zug aktiviert. Gerade nach dem Sommer, wenn der Schornstein kalt und möglicherweise feucht ist, verhindert das den unangenehmen Rückschlag beim Anzünden.

Dann klein anfangen. Ein kleines, heißes Feuer aus trockenem Holz ist beim ersten Mal besser als eine große Ladung. Es wärmt den Schornstein gleichmäßig auf, ohne zu viele Gerüche auf einmal freizusetzen, und gibt dem System Zeit, sich zu normalisieren.

Gut lüften während des ersten Heizvorgangs – auch wenn das dem Gedanken des gemütlichen Einheizens widerspricht. Die ersten dreißig Minuten sind die intensivsten. Danach riecht es deutlich weniger.

Was nach dem ersten Heizen noch zu tun ist

Nach dem ersten Heizvorgang normalisiert sich der Geruch bei den meisten Öfen schnell. Der zweite und dritte Heizabend riechen bereits deutlich angenehmer. Was dabei hilft: den Ofen nach dem Abbrennen nicht sofort zu schließen, sondern kurz auslüften zu lassen, damit Restgerüche abziehen können.

Wer in den ersten Herbsttagen nach dem Einheizen merkt, dass der Geruch im Wohnzimmer hartnäckig bleibt, kann mit einem Geruchsabsorber auf Aktivkohlebasis nachhelfen. Er baut Restgerüche in der Raumluft passiv ab – ohne Strom, ohne Spray, ohne Eigengeruch.

Der Kamin nach dem Sommer ist kein Problem, das man einfach aussitzen muss. Mit ein paar vorbereitenden Schritten und einem ruhigen ersten Heizvorgang lässt sich der Übergang in die Heizsaison deutlich angenehmer gestalten.